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Administrator #12   2016-03-29 09:48 GMT        

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Platz für XP schaffen

Möchte man Windows XP auf einer Festplatte neben ein vorhandenes Betriebssystem ( z. B. Windows 9x / ME oder NT / 2000) installieren, so braucht man erst einmal Platz für eine eigene Partition. Dafür gibt es drei Vorgehensweisen:

Mit dem Programm "Partition Magic" verkleinert man eine bestehende Partition und schafft so Platz für eine neue XP Partition.

Man löscht eine bestehende Partition ( z. B. eine erweiterte Partition mit dem Laufwerk D: ) und schafft damit Platz für eine neue XP Partition.

Man schafft sich eine neue, größere Festplatte an, baut sie erst mal als zusätzliches Laufwerk ein und kopiert die bisherige Partition auf die neue Festplatte. Dieses "Clonen" von Partitionen klappt mit "Partition Magic" ganz hervorragend - auch bei NT oder Windows 2000 Partitionen. Windows 9x / ME Partitionen kann man aber auch einfach auf die neue Festplatte kopieren (z.B. auch mit XCOPY32) - dazu benötigt man also nicht unbedingt "Partition Magic". Anschließend klemmt man die zweite, neue Festplatte als erstes Hauptlaufwerk (primary master) an.

Platzbedarf von XP

Für die neue XP Partition sollte man etwa 2 Gb einkalkulieren - das hängt aber stark vom eigenen RAM und den Einstellungen ab. Die Windows XP Systemdateien belegen alleine etwa 1 Gb. Hinzu kommt der Platzbedarf für eine Auslagerungsdatei (Pagefile.sys), die bei der Standardeinstellung dem 1,5 fachen des RAMs beträgt. Also bei 128 Mb RAM = 192 Mb, bei 256 Mb RAM = 384 Mb und bei 512 Mb RAM = 768 Mb. Aber man kann diese Auslagerungsdatei auch abschalten oder eine individuelle Größe einstellen - dann entfällt die Datei "Pagefile.sys" oder hat die vorherbestimmte Größe. Ab etwa 256 Mb RAM kann man ohne weiteres diese Auslagerungsdatei abschalten - es sei denn man arbeitet mit sehr großen Datendateien (z.B. 150 Mb großen Bilddateien). Eine weitere, unter Umständen große Datei ist "hiberfil.sys". Sie wird nur benötigt, wenn man beim herunterfahren des Rechners den "Ruhezustand" nutzen möchte. Dabei speichert Windows XP den gesamten RAM-Inhalt und den Videospeicher in diese Datei "hiberfil.sys" (gestartete Programme brauchen nicht beendet werden) und schaltet dann den Rechner aus. Beim nächsten Starten des Rechners erfolgt nicht mehr der langwierige Bootvorgang, sondern es wird lediglich aus der Datei "hiberfil.sys" der RAM-Inhalt und der Videospeicher zurückkopiert. Dadurch startet der Rechner wesentlich schneller und man hat sofort wieder alle vorher geöffneten Programme startbereit. Diese Datei "hiberfil.sys" hat, wie oben angedeutet, die Größe: RAM + Videospeicher; also z.B. 256 Mb RAM + 16 Mb Videospeicher = 272 Mb.

Vorgedanken zur Partitionierung

Auf einer Festplatte kann es neben freiem Speicherplatz folgende Partitions-Typen geben:

versteckte Partitionen
sichtbare Partitionen
sichtbare und aktivierte Partitionen
Von der aktiven Partition wird beim Rechnerstart immer gebootet. Ausnahmen: Man bootet von Diskette oder CD-ROM oder man verwendet einen externen Bootmanager (z.B. XFDISK). Um nach der Installation von XP zwischen den Betriebssystemen auf den Partitionen wählen zu können benötigt man einen Bootmanager. Dabei kann man entweder den Bootmanager von XP verwenden oder einen "externen" Bootmanager wie z.B. das FREEWARE Programm XFDISK. Der Bootmanager von XP wird immer (automatisch) in der aktiven Partition installiert und wird automatisch von dort gestartet. Der externe Bootmanager XFDISK befindet sich dagegen im Bootsektor der Festplatte und wird noch vor dem booten irgendeiner Partition gestartet. Welchen der beiden Bootmanager man verwendet ist reine Geschmackssache: Der XP Bootmanager wird halt mit Windows XP mitgeliefert - XFDISK dagegen ist ein Zusatzprogramm.

Eine kleine Gefahr besteht beim XP Bootmanager: Wenn bei der Installation von XP das "früherer" Betriebssystem die aktivierte Partition ist, so werden zwar die Systemdateien in die neue (anzulegende) Partition geschrieben, aber die Bootdateien und der Bootmanager wandern in die aktive Partition. Beispiel: Hat man auf einer 20 Gb Festplatte eine aktive Windows 98 Partition von z.B. 12 Gb, dann kann man zwar bei der Installation von XP eine neue Partition mit 8 Gb für Windows XP anlegen - der Bootmanager wandert aber auf die Windows 98 Partition. Das ist erst mal nicht weiter schlimm, aber wenn man später einmal die Windows 98 Partition löscht, dann fehlen auch die Bootdateien zum starten von Windows XP. Besser und sicherer ist es also, wenn man vor der Installation von Windows XP zuerst eine neue, leere Partition anlegt und diese aktiviert. Es kann sich dabei ruhig um eine FAT32-Partition handeln, denn während der XP Installation kann man noch auswählen ob man diese sofort in NTFS umwandeln möchte.

Zuordnung der Laufwerksbuchstaben

Ein weiterer Stolperstein bei der XP Installation ist die Vergabe der Laufwerksbuchstaben. Installiert man XP direkt von CD in einen unpartitionierten Bereich und es existiert schon eine Windows 98 Partition auf der Festplatte (egal, ob versteckt, sichtbar oder aktiv), dann erhält die neu angelegte XP Partition den Laufwerksbuchstaben D: und alle Programm-Verweise und Registry-Einträge verweisen ebenfalls auf Laufwerk D:. Auch das ist erst mal nicht weiter schlimm - man kann sich daran gewöhnen, daß das Bootlaufwerk unter XP nicht den üblichen Laufwerksbuchstaben C: sondern D: erhält. Aber: Auch hier besteht die Gefahr, daß, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt die Windows 98 Partition löscht, sich der Laufwerksbuchstabe der XP Partition zu C: verändert und dann stimmen sämtliche Programmverweise und die Einträge in der Registry nicht mehr. Und das kann man auch nach einer XP Installation ( als Laufwerk D: ) nicht mehr korrigieren, denn man kann zwar unter XP jedem Laufwerk nachträglich einen anderen Laufwerksbuchstaben zuweisen - allerdings nicht für das Systemlaufwerk. Auch aus diesem Grund sollte man also dafür Sorge tragen, daß schon vor der Installation von XP eine leere, freie und vor allen Dingen aktivierte Partition vorhanden ist.

Bootmanager

Installiert man nun XP in diese neue, freie und leere Partition wird man feststellen, daß das "vorherige" Betriebssystem nicht in den Bootmanager von XP eingebunden ist. Man kann also (noch) nicht zwischen altem und neuen XP Betriebssystem wählen. Dies erledigt XP nur, wenn sich das alte Betriebssystem zum Zeitpunkt der Installation in einer aktiven Partition befand. Aber genau dieses sollte ja aus den vorher genannten Gründen vermieden werden. Man kann nun entweder den Bootmanager XFDISK installieren und somit zwischen den beiden Partitionen wählen oder man ergänzt den Bootmanager von XP so, daß er in Zukunft auch das vorherige Betriebssystem booten kann. Um ein "früheres" Windows NT oder 2000 zu booten, braucht man lediglich die Datei "boot.ini" zu ergänzen.

   [boot loader]
   timeout=5
   default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS
   [operating systems]
   multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Windows XP" /fastdetect
   multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(2)\WINDOWS="Windows NT / 2000"

Die letzte Zeile wurde hinzugefügt um ein Windows NT / 2000 zur Bootauswahl hinzuzufügen.

Bei Windows 9x / ME geht das nicht ganz so einfach, denn man benötigt eine kleine Datei (nur 512 Byte), die den Bootsektor der Partition enthält. Diese Datei enthält unter anderem auch den Aufbau der Festplatte (Zylinder, Sektoren) - man kann sie also nicht einfach von einem anderen Rechner kopieren, sondern muß sie für die eigene Festplatte individuell erstellen lassen. Dazu kann man das FREEWARE Programm "Bootpart" verwenden. Dieses Programm kann einfach unter der XP Eingabeaufforderung gestartet werden. Durch Aufruf des Programmes ohne weitere Parameter erhält man zuerst einmal eine Auflistung der Partitionen, z.B.

   0 : C: type=b (Win95 Fat32), size = 6144831 KB
   1 : C:* type=7 (HPFS/NTFS), size = 12843967 KB

[red](Man beachte: In der "boot.ini" werden die Partitionen 1, 2, 3, usw. gezählt. Bei "bootpart" werden die Partitionen 0, 1, 2, usw. gezählt)[/red]

Durch Aufruf von

   bootpart 0 BOOTSECT.W98 "Windows 98"

wird der gewünschte Bootsektor für die Partition "0" in die Datei "BOOTSECT.W98" geschrieben. Die Datei "boot.ini" wird dann automatisch um folgende Zeile ergänzt C:\BOOTSECT.W98="Windows 98" und sollte dann in etwa so aussehen:

   [boot loader]
   timeout=5
   default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS
   [operating systems]
   multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="Windows XP" /fastdetect
   C:\BOOTSECT.W98="Windows 98"

Anmerkung

Die Partition mit dem jeweils nicht aktiven Betriebssystem läßt sich (meist) als zusätzliches Laufwerk D: einblenden. Das kann nützlich sein, wenn man Datendateien von der einen Partition in die andere übernehmen will.

Ist Windows 9x / ME gestartet, taucht die XP Partition nicht als Laufwerk D: auf, wenn XP im NTFS Filesystem vorliegt

Ist XP gestartet, dann taucht die Windows 9x / ME Partition als Laufwerk D: auf

Ist Windows NT / 2000 gestartet, dann taucht die XP Partition als Laufwerk D: auf

Ist XP gestartet, dann taucht die Windows NT / 2000 Partition als Laufwerk D: auf

Wenn man den Bootmanager XFDISK verwendet, kann man dort einstellen, ob das jeweils nicht gestartete Betriebssystem komplett versteckt werden soll oder ob es als weiteres Laufwerk D: auftaucht.

Verwendet man den Bootmanager von XP, dann muß eine eventuell vorhandene Windows 9x / ME Partition immer sichtbar sein (aber nicht aktiv), damit man sie vom XP Bootmanager aus starten kann. Diese Windows 9x / ME taucht dann zwangsläufig unter XP als Laufwerk D: auf. Möchte man das verhindern, so kann man im Laufwerksmanager von XP den Laufwerksbuchstaben für diese Windows 9x / ME Partition entfernen.

Man sollte schon frühezitig einen festen Laufwerksbuchstaben für das CD-ROM einstellen, z.B. "G:" (im Gerätemanager beim CD-ROM für Win9x/ME, bzw. im Laufwerksmanager von XP). Das hat zum einen den "kosmetischen" Vorteil, daß das CD-ROM bei allen Betriebssystemen den gleichen Laufwerksbuchstaben erhält. Denn unter Win98/ME ist ja ein NTFS-Laufwerk von XP nicht sichtbar und somit würde der Laufwerksbuchstabe bei automatischer Vergabe durch Win98/ME um eins nach "vorne" rücken. Zum anderen haben einige Installationsprogramme die Eigenschaft den Laufwerksbuchstaben der Installationsquelle mit abzuspeichern (z.B. von MS Office, aber auch bei vielen Spielen). Verändern sich nun die Laufwerksbuchstaben, weil man z.B. nach einer Testphase eines der Betriebssysteme löscht, so stimmen die Verweise zum CD-ROM nicht mehr. Bei einer festen Vergabe der Laufwerksbuchstaben kann das nicht passieren. Man sollte gegebenenfalls noch etwas "Luft" lassen für den Fall, daß man später noch eine weitere Festplatte mit zusätzlichen Partitionen einbaut.

Fazit

Nach der oben beschriebenen Methode installiert sich XP NUR in die eigene Partition und nicht, wie üblich, den Bootmanager in die Windows 9x / ME oder Windows NT / 2000 Partition. Das hat den Vorteil, daß man bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt jede Partition separat löschen kann ohne das man Gefahr läuft die andere Partition nicht mehr starten zu können.

Handwerkszeug

a. Eine Bootdiskette, mit den Programmen FDISK.EXE, SYS.COM

b. "Partition Magic" - nur nötig, wenn man bestehende Partitionen verkleinern oder verschieben will

c. XFDISK, am besten auf die Bootdiskette packen. Ist nicht nur als Bootmanager sehr nützlich, sondern man kann damit auch sehr übersichtlich den Status der Partitionen anzeigen lassen und verändern (versteckt, sichtbar, aktiv)

d. Bootpart - nur nötig, wenn man den XP Bootmanager im Zusammenhang mit einer Windows 9x / ME Partition verwendet.

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Über Feedback würde ich mich echt freuen, da ich natürlich auch nicht alle Rechner dieser Welt hier stehen habe und es deswegen nur mit der mir verfügbaren Hardware testen konnte.